Welche Gemeinsamkeit Peter Todeskino und Markus Lewe vereint, wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Doch soviel sei schon gesagt: Beide Kandidaten sind äußert sportlich und erfahren, wenn es darum geht, das Amt eines Oberbürgermeisters zu bekleiden. Peter Todeskino ist aktueller Oberbürgermeisterkandidat der Grünen und Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt a.D. der Landeshauptstadt Kiel.

Fangen wir gleich mit dem SC Preußen Münster 06 an, der just aus der 3. Liga in die Regionaliga West abgestiegen ist. Rund 80 Millionen Euro werden für die Sanierung des Stadions eingeplant. Welchen Standpunkt vertreten Sie?
Unter Schwarz-Grün gab es einen gemeinsamen Beschluss und wir bleiben bei unserer Aussage: Die zugesagten 40 Millionen Euro sind für uns gesetzt, unabhängig davon, in welcher Liga die Preußen spielen. Wir haben dem Preußen-Vorstand kürzlich aber auch deutlich gemacht, dass die Infrastruktur für die Verkehrsanbindung auch mit dem DB-Haltepunkt gut funktionieren und aus der Summe finanziert werden muss. Ich setze dabei auch auf mögliche Synergien. Der Bau einer neuen Mobilitätsstation am Preußenstadion könnte aus anderen Töpfen finanziert werden, damit mehr Geld für den Stadionbau übrigbleibt. Schön wäre natürlich, wenn es endlich mal einen Preußen-Mäzen geben würde, der richtig viel Geld in den Verein schießt.

Davon träumen viele…
Ja, sicherlich, besonders in Corona Zeiten. Doch der SC Preußen Münster 06 ist ein Traditionsclub. Es ist immer gut, Profisport in einer Stadt zu haben, und daher unterstützen wir auch gerne den Fußball in Münster, doch wir wollen dabei nicht den Blick auf andere und den Breitensport verlieren.

Gutes Stichwort. Breitensport. Welche frohe Botschaft kann ich Ihnen bezüglich eines 50 Meter Beckens für die Leistungsschwimmer entlocken, denen im Winter Wasserflächen zum Training fehlen?
Sie spielen sicherlich auf die Traglufthalle an, die für das Coburg Freibad angedacht ist, allerdings energetisch nicht vertretbar ist. Doch ich sehe den Bedarf. Gleichzeitig möchte ich keine falschen Versprechungen machen, doch das Thema werde ich definitiv im Auge behalten.

Ihr Lieblingsplatz in Münster?
Selbstredend der Botanische Garten. Der hat mich schon immer verzaubert und ich war oft mit meinen Kindern da, als die noch klein waren. Außerstädtisch gefällt mir der Boniburgerwald sehr gut.

Go for it steht auf Ihrem T-Shirt auf dem Wahlplakat.
Richtig. Das war allerdings eher ein Zufall. Es ist ein Finisher-Shirt vom Steinfurter Marathon mit Werbung drauf. Trotzdem passt „Go for it“ sportlich wie auch politisch, da ich der Meinung bin, dass in Münster zu viel Stillstand ist. Da muss eine Verwaltungsspitze Impulse setzen. Die Verwaltung in Münster muss wirtschafts- und bürgerorientierter werden, Genehmigungsverfahren dauern hier einfach zu lange, und Konzepte werden nicht zuende gedacht. Mein Motto lautet: Machen!

Aber Läufer sind Sie? Ist das denn richtig?
Ja, in der Tat gehe ich viel laufen und war auch schon beim Marathon in Münster am Start.

Ihre Marathon-Bestzeit?
3:43:07 h in Hamburg 2007. 2015 war in Stralsund mein bisher letzter Lauf, angetrieben davon die Bestzeit von Joschka Fischer zu knacken, was bisher mir leider nicht gelungen ist. Nächtes Mal greife ich noch einmal an.

Haben Sie gedanklich schon Ihr Oberbürgermeisterbüro eingerichtet?
Nein, definitiv nicht. Das gehört sich nicht und dafür fehlt mir auch die Zeit. Ich muss erstmal meine Hausaufgaben machen, damit ich später auch etwas einrichten darf.

Der Fördertopf für die Lastenräder ist schon wieder leer. Wie sieht es 2021 aus?
Wir Grünen sind natürlich ohne Vorbehalt dafür, dass es auch im nächsten Jahr wieder einen Fördertopf geben wird. Der Bedarf ist da und wir sehen, welche Impulse dadurch gesetzt werden können. Wir brauchen einfach eine Alternative zum Auto und insofern setzen wir uns dafür gerne ein. Ob der Topf aufgestockt wird, ist noch offen, das kann man erst Ende des Jahres sagen. Aufgrund von Corona-Pandemie muss am Jahresende alles auf den Prüfstein gestellt werden. Was können wir uns mit Blick auf Zukunftsschulden der späteren Generationen heute leisten?

Wie stehen Sie zum Radsport?
Ich bin nicht unbedingt radsportaffin. Früher habe ich immer gerne die Tour de France geguckt. Aber die Dopinggeschichten haben mich total genervt, und deshalb ist mir die Lust daran verloren gegangen. Aber hier geht es nicht um meine persönliche Präferenz. Ich weiß, wie beliebt der Radsport im Münsterland ist. Der Sparkassen Münsterland Giro ist das zweitgrößte Radsportevent, und daran gilt es natürlich festzuhalten.

Wenn Sie zaubern könnten, was würden Sie in Bezug auf die Sportlandschaft in Münster ändern wollen – unabhängig vom Geldbeutel?
Mir liegen tatsächlich die Schwimmer besonders am Herzen. Daher würde ich wirklich gerne hier schnell etwas ändern wollen. Aber dezentral, ohne ein großes Spaßbad. „Kurze Beine, kurze Wege” ist unser GRÜNES Motto. Auch die Sportförderung für die Vereine muss verbessert werden, und daher projektieren wir aktuell eine Multifunktionsanlage in der Nähe vom Wienburgpark.

Welche Gemeinsamkeit verbindet Sie mit Markus Lewe?
Markus und mich eint ganz sicher unser Humor. Wir beide lachen gerne und können uns selbst ironisch auf die Schüppe nehmen. Eine beiderseitige Stärke, wie ich finde.

P.S. Und? Worin liegt eine weitere Gemeinsamkeit? Sonst schnell nochmal das Interview mit Markus Lewe lesen!

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Vorangegangenen auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Autorin: Sabine Roters