„Wir möchten nicht, dass Sportler und Zuschauer einen Triathlon mit einer negativen Atmosphäre in Erinnerung haben.“

Quentin, wie ist aktuell die Stimmung im Team?
Wir sind schon traurig, dass der Wettkampf nicht stattfinden kann. Schließlich haben wir bis dato nicht nur Herzblut, sondern auch viel Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt. Doch die Gesundheit der Sportler und Zuschauer ist natürlich wichtiger als sportliche Erfolge.

Wie kam es zur Absage? Hat OB Markus Lewe anrufen und Euch zur Absage aufgefordert?
Nein. Die Verantwortlichen in unserem Team stehen natürlich im ständigen Austausch mit dem Sport- und Ordnungsamt der Stadt Münster. Aber wir haben den Triathlon ja auch aus eigenen Stücken abgesagt und sind einer behördlichen Verfügung quasi vorweggekommen.

Seit wann war Euch klar, dass es für den Triathlon eng werden könnte?
Schon im März kamen Gedanken auf, dass eine Absage ein Szenario sein könnte. So gesehen war die Entscheidung für uns irgendwann absehbar und notwendig. Nach Ostern wollten wir uns dann bei den Teilnehmern melden, wie es weitergehen könnte. Da sich die Planungssicherheit eher verschlechterte als verbesserte, haben wir das Event abgesagt.

Sparda-Münster-City-Triathlon
Foto: Sparda-Münster-City-Triathlon

Stichwort Planungssicherheit.
Ja, die war/ist nicht gegeben. Zum Zeitpunkt unserer Entscheidung gab es keine genauen Aussagen was eine Großveranstaltung ist oder ob Lockerungen zu erwarten sind. Auf dieser Basis lässt sich ein Event nicht planen. Zudem fühlen wir uns für die Sicherheit unserer Teilnehmer, Helfer und Zuschauer verantwortlich und möchten diese keinem Risiko aussetzen. Deshalb haben wir abgesagt.

Mit wem habt Ihr Euch außerdem beratschlagt?
Unter anderem mit Ralph Schomaker, unserem Rennarzt. Beim Laufen und Radfahren ließe sich der Mindestabstand ja vielleicht noch einhalten. Beim Schwimmen jedoch kann man dazu allerdings keine verbindliche Aussage treffen. Und im Zuschauerbereich ist es noch weniger machbar, den Sicherheitsabstand einzuhalten, ohne dass die tolle Atmosphäre verloren geht.

Wie waren die Reaktionen der Sportler?
Aktuell haben wir nur positives Feedback bekommen, da wir nicht kurzfristig die Veranstaltung abgesagt und keine vagen Prognosen über einen möglichen Termin im Herbst gestellt haben. Viele bedanken sich für unsere offene Kommunikation.

Ihr habt entschieden, das Startgeld auszuzahlen.
Ja, uns war es wichtig, den Teilnehmern gegenüber fair zu bleiben. In diesem Zusammenhang möchten wir gerne nochmal darauf hinweisen, dass wir uns riesig freuen würden, wenn man das erstattete Startgeld anderen Organisationen oder Menschen in Not spendet, die unter der Coronakrise sehr leiden.

Ein weiteres Extra für Eure Teilnehmer gibt es außerdem?
Ja, die Teilnehmer von diesem Jahr erhalten ein Voranmelderecht am 01.02.2021, da die Startplätze bei uns schnell ausgebucht sind. So besteht die Gewissheit, dass sie auf jeden Fall 2021 starten können.

Wie viele hatten sich bis dato angemeldet?
Auch dieses Jahr waren wir wieder schnell ausgebucht: Angemeldet waren 1100 Einzelstarter + 50 Staffeln (150 Athleten) + 150 Bundesligastarter + Sponsorenstarter = insgesamt knapp 1500 Starter.

Wie fällt denn der Blick in die Kasse aus?
Da haben wir Glück gehabt. Die großen Kosten wären in den letzten zwei Monaten vor dem Wettkampf entstanden. Nur die Badekappen sind schon gedruckt. Die entstandenen Unkosten sind vergleichsweise gering und werden von unserem Hauptsponsor, der Sparda-Bank West, übernommen.

Klingt, als wenn die Sponsoren für 2021 schon fest zugesagt haben?
Ja, alle haben zugesagt und ihre Unterstützung angeboten. Darüber sind wir sehr dankbar.

Und was macht Ihr mit den bestellten Badekappen?
Die werden wir im nächsten Jahr nutzen – mit der Jahreszahl 2020 bedruckt. Der Umwelt und dem Geldbeutel zuliebe – und als eine Art Erinnerung an die Coronazeit.