Die Planungen für die Radverkehrsbrücke “Flyover” am Aegidiitor, die die Promenade über die Bismarckallee mit der Veloroute nach Senden verbinden soll, stehen auf der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am 19. Mai. Zu beschließen ist unter anderem, welchen Trassenverlauf der “Flyover” nehmen soll. Zudem steht auch eine Entscheidung zur Optimierung des Radverkehrs in der Aegidiistraße an. Sie soll zur Fahrradstraße umgebaut werden.
Im Frühjahr 2020 hatte der Haupt- und Finanzausschuss das Projekt “Flyover Aegidiitor” bereits grundsätzlich begrüßt und die Verwaltung beauftragt, auch alternative Linienführungen, insbesondere eine so genannte Y-Lösung, zu prüfen und die Auswirkungen auf den Denkmalcharakter der Promenade sowie allgemein auf den Baumbestand darzustellen.

Flyover
So soll die Radverkehrsbrücke “Flyover” über die Weseler Straße führen. Foto: Stadt Münster.

Beschlussempfehlung für Radfahrbrücke und weitere Maßnahmen
Die Stadtverwaltung legt nun eine Beschlussempfehlung vor. Basis dieser Vorlage ist eine Machbarkeitsstudie, in der die Hauptverbindungen Promenade – Adenauerallee, Promenade – Bismarckallee und Weseler Straße – Stadtgraben untersucht werden. Berücksichtigt wurden dabei nicht nur den aktuelle Radverkehr, auch erste Ergebnisse der “Fahrradnetz-Planung” sind einbezogen worden. Das Konzept unterstützt den Ansatz der Studie, die von einer Verdopplung des Radverkehrs auf einer gut ausgebauten Achse Promenade – Bismarckallee ausgeht. Der stärkere Radverkehr macht die Fahrradbrücke “Flyover” für die Nutzerinnen und Nutzer der Route Münster – Senden noch attraktiver, zumal mit dem Ausbau die Route zunehmend genutzt wird. Erste Schritte dazu sind mit der Umgestaltung der Bismarckallee nach den neuen Qualitätsstandards für Fahrradstraßen schon getan.

Variantenprüfung mit eindeutigem Ergebnis
Die Verwaltung hat gemeinsam mit einem beauftragten Verkehrsplanungsbüro unterschiedliche Varianten des Trassenverlaufs des “Flyover” untersucht. Neben der Variante Promenade – Bismarckallee wurde auch die Variante Promenade – Adenauerallee intensiv betrachtet. Das hohe Potenzial der Veloroute nach Senden spricht dabei eindeutig für den Verlauf des “Flyover” von der Promenade zur Bismarckallee. Die andere Variante konnte aus städtebaulichen Gründen und wegen der zahlreichen zu fällenden Bäume nicht überzeugen. Darum wurde auch eine Kombination beider Varianten als sogenannte Y-Lösung nicht empfohlen. Begleitend zur Brücke sollen auch ebenerdige Radverkehrsführungen angeboten und ausgebaut werden.

Die nun empfohlene Variante Promenade – Bismarckallee schont die Grünflächen und den Baumbestand, da die Rampe auf der Bismarckallee im Fahrbahnverlauf ausläuft. Entsprechend den fachlichen Empfehlungen der Denkmalpflege wird die Brücke durchaus als aktuelle Intervention erkennbar sein, sich aber dabei zurückhaltend in die historische Situation einfügen. Die Brücke soll etwa 350 Meter lang sein und komfortable Rampensteigungen von maximal 3,5 Prozent erhalten. Diese Ergebnisse fließen nun in die weiteren Planungen ein.

Weitere Maßnahmen sollen Radverkehr verbessern
Mit dem “Flyover” eng verbunden sind weitere Maßnahmen, die das Radfahren auch in diesem Bereich der Stadt weiter verbessern. So soll die Aegidiistraße zu einer Fahrradstraße umgestaltet und in das Plankonzept der Veloroutenplanung der Veloroute Münster – Senden integriert werden. Dabei wird besonders der Knotenpunkt Aegidiistraße / Promenade verbessert.

Wettbewerb geplant
Wenn der Rat grünes Licht für den Vorschlag der Verwaltung gibt, wird ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt. Erst dann steht fest, wie genau der “Flyover” aussehen wird. Innovative Werkstoffe und eine nachhaltige Bauweise sind gesetzt.

Kosten für Stadt reduziert
Die Verwaltung plant mit Gesamtkosten von rund 10 Mio. Euro für die Fahrradbrücke “Flyover”. Da sowohl Fördergelder des Bundes als auch des Landes für das Projekt beantragt werden, verbleiben nur noch etwa 0,6 Mio. Euro, die die Stadt tragen muss. Einen Großteil hiervon trägt das Programm “Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland” des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).
Studie und Weitere Informationen im Internet auf der städtischen Website www.stadt-muenster.de/rathaus/rat-diskutiert-radverkehrsbruecke

Quelle: Stadt Münster