Der USC Münster kommt bärenstark aus der Winterpause zurück, liefert dem Deutschen Meister AMTV Stuttgart einen tollen Kampf auf Augenhöhe, gewinnt die Partie schließlich im Tiebreak mit 3:2 (22:25, 25:18, 25:21, 16:25, 15:13) und holt zwei ganz wertvolle Auswärtspunkte.

USC
Foto: Frank Voß

Der USC ging mit Kapitänin Barbara Wezorke, Demi Korevaar, Lina Alsmeier, Ivana Vanjak, Liza Kastrup und Zuspielerin Taylor Nelson in die Partie. Als Libera wie gewohnt Linda Bock. Mit Jenna Rosenthal am Aufschlag machte Stuttgart gleich mächtig Druck und setzte sich auf 4:1 ab.  Münster konnte auf 7:6 verkürzen, dann tat Stuttgart aber das, was eigentlich immer hilft, wenn es schwierig wird: Zuspiel auf Krystal Rivers, Punkt Stuttgart. Die Top-Scorerin der Liga ist einfach kaum zu verteidigen. Der USC ließ sich davon nicht beirren und konnte über 10:10 und 11:11 dran bleiben. Anschließend punktete erneut Krystal Rivers. Beim 14:11 für die Gastgeberinnen nahm USC-Coach Teun Buijs eine Auszeit. Die wirkte: Ivana Vanjak brachte die nächsten beiden Angriffe durch. Luisa Keller und Sarah van Aalen kamen für Liza Kastrup und Taylor Nelson ins Spiel. Zur zweiten technischen Auszeit lag Stuttgart nur noch mit einem Punkt vorne (16:15) und Münster spielte weiter gut mit. Als der USC im Satzverlauf nach 19:16-Rückstand noch einmal auf 19:18 verkürzte, sah sich auch AMTV-Coach Ioannis Athanasopoulos zu einer Auszeit gezwungen. Über 19:19 ging es in die Crunch-Time. In dieser brachte Münster seine Angriffe nicht so konsequent durch wie die Stuttgarterinnen und leistete sich zudem zwei Unkonzentriertheiten in der Annahme. Das reichte dem amtierenden Deutschen Meister. Satz Eins endete 25:22 für Stuttgart. Krystal Rivers – wer sonst – verwandelte den Satzball. Wie schon so oft waren es nur wenige Kleinigkeiten, die den USC Münster um einen möglichen und nicht unverdienten Satzgewinn gebracht hatten.

Im zweiten Satz konnte der USC nach 1:3-Rückstand auf 4:4 ausgleichen und anschließend seine erste Führung in dieser Partie verbuchen (5:4). Zur ersten technischen Auszeit lag der USC mit 8:6 vorne. Ein Ass von Taylor Nelson brachte Münster sogar mit drei Punkten in Führung. Spielstand zur zweiten technischen Auszeit: 16:14 für den USC. Ein weiterer direkter Aufschlagpunkt von Taylor Nelson führte dann zum 18:15. Beim 19:15 nahm AMTV-Coach Athanasopoulos eine weitere Auszeit. Der USC schnupperte nun intensiv am Satzgewinn. Stuttgart versuchte erneut, über Krystal Rivers zu punkten, scheiterte aber. Kurz darauf musste die US-Amerikanerin angeschlagen vom Feld. Eine spielentscheidende Situation, wie sich zeigen sollte. Es folgte eine weitere Auszeit Stuttgarts beim Stand von 22:17. Mit Lina Alsmeier am Aufschlage zog der USC sein Spiel aber durch und holte sich Durchgang zwei schließlich verdient mit 25:18.

Im dritten Satz überzeugte der USC Münster anfangs durch gute Blockarbeit und Schnellangriffe über Demi Korevaar. 8:4 für die Unabhängigen stand es zur ersten Auszeit. Nach einigen Annahmeproblemen auf Stuttgarter Seite und bei 12:8 für den USC nahm AMTV-Coach Athanasopoulos erneut eine Auszeit. Der USC hatte anschließend die Möglichkeit, seine Führung sogar noch auszubauen, nutzte diese aber nicht und so konnte Stuttgart auf 14:12 verkürzen. Teun Buijs wechselte erneut Luisa Keller und Sarah van Aalen für Liza Kastrup und Taylor Nelson ein. Einen Punkt Vorsprung rette Münster noch in die zweite technische Auszeit (16:15). Was der USC Münster danach zeigte, war das, was zuletzt so oft gefehlt hatte: Nervenstärke und Stabilität auch unter Druck. Gegen den Deutschen Meister, der ohne Krystal Rivers nun oft keine Lösungen mehr fand. Mit 25:21 gewann der USC den dritten Satz und damit schon einmal mindestens einen Punkt.

Das hatte Kraft gekostet. In Durchgang vier zog Stuttgart gleich mal auf 8:1 davon. Über 12:4 blieben die Gastgeberinnen – sicher mit einer gehörigen Portion Wut über den Punktverlust im Bauch – klar tonangebend. Mit 16:7 ging es in die zweite technische Auszeit. Teun Buijs wechselte nun mehrfach, wollte einigen Spielerinnen vor dem inzwischen unvermeidlichen Tiebreak offenbar eine Pause gönnen. 25:16 endete der Satz schließlich. Aber die Taktik des Trainers ging auf…

Im Tiebreak gelangen Münster die ersten beiden Punkte. Dann war Stuttgart zweimal erfolgreich. Beim 4:3 lag Stuttgart erstmals vorne. Auch zum Seitenwechsel führten die Gastgeberinnen mit einem Punkt Vorsprung (8:7). Nach einem Stuttgarter Aufschlagfehler und einem erfolgreichen USC-Block dann 11:10 für Münster. Kurz darauf 12:12. Dann 14:12 für den USC – Matchbälle! Der zweite saß – Ivana Vanjak macht den 3:2-Sieg des USC Münster über den Deutschen Meister AMTV Stuttgart perfekt.

Als wertvollste Spielerinnen wurden Linda Bock (USC Münster) und Celine van Gestel (AMTV Stuttgart) ausgezeichnet.

Weiter geht es für den USC bereits am Sonntag im NRW-Derby gegen Aachen. Um 14.30 Uhr in der Halle Berg Fidel in Münster. Wenn Münster da an die in Stuttgart gezeigte Leistung anknüpfen kann, dann dürfen sich die Zuschauer auf ein echtes Volleyball-Highlight freuen. Tickets auf www.usc-muenster.de