
20. Volkbank-Baumberge Abendlauf – 30:02 Minuten heisst die Messlatte
Laufen · Leichtathletik · 9. August 2026
Wer in Beerlage zehn Kilometer läuft, weiß ziemlich genau, woran er sich messen kann: 30:02 Minuten. So schnell war der Streckenrekordler David Koppelmann 2025 unterwegs. Ein Schnitt von exakt drei Minuten pro Kilometer; über die komplette Distanz. Eine Zeit, bei der selbst ambitionierte Läuferinnen und Läufer erst einmal tief durchatmen.
2026 blieb das Männerfeld bei der 20. Auflage des Volksbank-Baumberge-Abendlaufs deutlich hinter dieser Marke zurück. Den Sieg über zehn Kilometer holte sich Elisa Sansar in 32:02 Minuten. Damit fehlten Sansar genau zwei Minuten auf den Streckenrekord des Vorjahres – was allerdings nichts daran ändert, dass auch 32:02 eine richtig starke Zeit sind: ein Schnitt von 3:12 Minuten pro Kilometer über die gesamte Distanz. Bei den Frauen setzte sich Carolin Aehling in 39:02 Minuten durch.
Der Rekord blieb damit unangetastet. Aber genau solche Zeiten machen den Reiz eines Laufs aus: Sie zeigen, was auf einer Strecke möglich ist – auch wenn die eigene Uhr am Ende natürlich eine ganz andere Geschichte erzählt.
Denn zwischen 30 Minuten und der persönlichen Bestzeit liegen beim Laufen manchmal Welten. Für jemanden, der die zehn Kilometer in 60 Minuten läuft, bedeutet das 6:00 Minuten pro Kilometer. Der Beerlager Rekord entspricht der Hälfte.
Das ist nicht einfach „schnell“. Das ist eine andere Liga.
Und genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Ergebnisse. Der Beerlager Zehner ist kein reiner Spaßlauf: Die Strecke ist offiziell vermessen und bestenlistenfähig. Wer hier um Sekunden kämpft, hat also allen Grund, die Uhr im Blick zu behalten.
Natürlich lassen sich verschiedene Jahre nicht eins zu eins vergleichen. Wetter, Wind, Rennverlauf und Tagesform gehören zum Spiel. Ein Streckenrekord fällt schließlich nicht auf Bestellung.
Sarah Schäperklaus macht über fünf Kilometer Tempo
Auch über die kürzere Distanz wurde es sportlich. Sarah Schäperklaus holte sich den Sieg über fünf Kilometer mit 17:06.
Und wer jetzt denkt: „Fünf Kilometer sind ja schnell vorbei“, sollte einen Blick auf ihre bisherigen Leistungen werfen. Schäperklaus gehört zu den richtig schnellen Läuferinnen. 2024 wurde sie Westfalenmeisterin über fünf Kilometer, damals mit 17:16 Minuten. Ihre Bestzeit liegt sogar noch darunter.
In Beerlage setzte sie sich nun über die fünf Kilometer durch. Dahinter wurde es aus Münsteraner Sicht besonders interessant: Viele der vorderen Plätze der Frauenwertung gingen an Läuferinnen aus Münster: Marie Sommer, Leonie Kleine-Bley.
Ein kleines Ausrufezeichen der Münsteraner Laufszene und gleichzeitig ein schöner Beleg dafür, wie gut die regionalen Läufe vernetzen. Man kennt sich.
Bei den Männer holte sich Lars Franken mit einer Zeit von 15:01 den ersten Platz beim fünf Kilometerlauf.
Zwischen Bestzeit und Bierbank
Genau diese Mischung macht den Beerlager Abendlauf seit Jahren aus.
Vorne wird um Sekunden und Platzierungen gekämpft. Dahinter geht es um persönliche Bestzeiten, den ersten Fünfer oder Zehner und manchmal einfach darum, die Strecke gemeinsam mit Freunden zu genießen. Dazu kommen Nachwuchsläufe sowie Walking und Nordic Walking.
Und wenn die letzten Läuferinnen und Läufer im Ziel sind, ist der Abend noch lange nicht vorbei. Bei der Jubiläumsausgabe gehörte auch wieder Live-Musik mit dem Lonely Hearts Club zum Programm.
Vielleicht ist das die eigentliche Spezialität von Beerlage: Hier darf ein Lauf gleichzeitig sportlich ernst genommen und anschließend ordentlich gefeiert werden.
Und wer nach zehn Kilometern noch genug Energie zum Tanzen hat, ist entweder verdammt gut trainiert – oder hat unterwegs einfach nicht alles gegeben.

Fotos: SW Beerlage-Holthausen / Text: MS aktiv






