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Luka Herden: Was ist noch möglich?

Mit 8,18 Metern hat Luka Herden in dieser Saison ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Weitspringer zählt damit zu den stärksten Athleten Deutschlands und hat gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Trotz des sportlichen Durchbruchs wirkt der Medizinstudent bemerkenswert bodenständig. Im Gespräch mit Münster aktiv spricht er über den besonderen Moment seines bislang weitesten Sprungs, die Faszination des Weitsprungs, den Umgang mit Rückschlägen und darüber, warum ihn gerade die Suche nach dem nächsten Entwicklungsschritt antreibt.

Münster aktiv: Luka, 8,18 Meter – auf einmal gehörst du zur deutschen Spitze. Erinnerst du dich noch an den Moment, als die Weite auf der Anzeigetafel erschien?

Luka Herden: Im ersten Moment gar nicht so viel. Ich wusste, dass der Sprung gut war, aber wie weit genau, konnte ich überhaupt nicht einschätzen. Als dann die 8,18 Meter aufleuchteten, war das natürlich ein unglaubliches Gefühl. So einen Moment vergisst man nicht.

Münster aktiv: War dir schon beim Absprung klar, dass da etwas Besonderes gelungen ist?

Luka Herden: Man spürt schon, wenn man einen Sprung richtig gut trifft. Es fühlte sich sehr locker an, gleichzeitig schnell und technisch sauber. Aber ob daraus dann wirklich so eine Weite wird, sieht man erst auf der Anzeigetafel.

Münster aktiv: Warum ist ausgerechnet der Weitsprung deine Disziplin geworden?

Luka Herden: Mich fasziniert, wie komplex diese Disziplin ist. Es geht nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Technik, Rhythmus und Timing. Ich sprinte auch sehr gerne, aber das ist insgesamt etwas geradliniger. Im Weitsprung gibt es unglaublich viele Stellschrauben, an denen man arbeiten kann – und genau das macht für mich den Reiz aus.

Münster aktiv: Du hast in dieser Saison einen echten Durchbruch erlebt. Wie ordnest du diese Entwicklung selbst ein?

Luka Herden: Natürlich freue ich mich riesig über die 8,18 Meter. Aber gleichzeitig weiß ich, dass da noch Potenzial ist. Gerade das motiviert mich. Im Weitsprung kann man immer noch etwas verbessern – sei es technisch, athletisch oder mental.

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Foto: Eibner-Pressefoto/Stefan Mayer

Münster aktiv: Du studierst Medizin. Hilft dir das auch im Sport?

Luka Herden: Auf jeden Fall. Ich verstehe viele Prozesse im Körper besser, etwa wenn es um Regeneration, Ernährung oder Trainingssteuerung geht. Das hilft mir, bewusster mit meinem Körper umzugehen. Für alles andere habe ich natürlich ein starkes Team an meiner Seite.

Münster aktiv: Rückschläge gehören im Leistungssport dazu. Wie gehst du damit um?

Luka Herden: Die gehören einfach dazu. Ich hatte auch Phasen, in denen es nicht so lief – durch Verletzungen oder während der Corona-Zeit. Wichtig ist, daraus zu lernen indem man solche Rückschläge ganz neutral analysiert, um zu schauen, was man im Detail besser machen kann. Oft steckt gerade in schwierigen Momenten die größte Chance, sich weiterzuentwickeln.

Münster aktiv: Du trainierst mit Olympiasiegerin Malaika Mihambo. Wie prägt das deinen Alltag?

Luka Herden: Das ist natürlich eine besondere Konstellation, eine Olympiasiegerin im Umfeld zu haben. Es zeigt auch, auf was für einem hohen Niveau trainiert wird. Davon abgesehen bin ich aber jemand, der sich sehr stark auf seine eigenen Prozesse konzentriert. Im Spitzensport muss letztlich jeder seinen ganz individuellen Weg und Rhythmus finden, um seine Leistung auf die Bahn zu bringen.

Münster aktiv: Was treibt dich an – nach einem Sprung wie 8,18 Metern?

Luka Herden: Ganz klar die Frage: Was ist noch möglich? Diese Neugier ist wahrscheinlich mein größter Antrieb. Ich habe das Gefühl, dass meine Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist.

Münster Inklusiv

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