
„Plötzlich stand ich da am Start und dachte: Wow, jetzt geht es wirklich los!“
Interview · Triathlon · 14. Juli 2026
Sina über ihr unvergessliches Triathlon-Erlebnis in Roth
Münster aktiv: Sina, erstmal herzlichen Glückwunsch zu diesem besonderen Erlebnis! Wenn du jetzt zurückblickst: Was war dein erster Gedanke nach dem Zieleinlauf?
Sina: Ehrlich gesagt war es einfach nur überwältigend. Ich glaube, in diesem Moment kam alles zusammen: die vielen Monate Training, die Aufregung vor dem Start, die ganzen Emotionen während des Wettkampfs – und plötzlich steht man im Ziel. Das war ein unglaubliches Gefühl.
Münster aktiv: Du bist ja nicht nur zum Wettkampf angereist, sondern hast das ganze Triathlon-Wochenende erlebt. Was hat dich besonders beeindruckt?
Sina: Dass es eben nicht nur ein Wettkampf ist. Wir sind schon am Donnerstag angereist und bis Montag geblieben. Dadurch konnten wir richtig in diese Welt eintauchen. Es gab eine große Expo mit Ausstellern, man konnte Neoprenanzüge testen, neue Ausrüstung anschauen, an Community-Runs teilnehmen – eigentlich drehte sich mehrere Tage lang alles nur um Triathlon. Für mich war das natürlich perfekt.
Münster aktiv: Also quasi ein kleiner Triathlon-Urlaub?
Sina: Genau! (lacht) Ich hätte mich wahrscheinlich noch tagelang dort aufhalten können. Es war einfach spannend, diese ganze Szene einmal so intensiv mitzuerleben.
Münster aktiv: Was ist dir neben dem Sport besonders aufgefallen?
Sina: Die Gemeinschaft. Das war wirklich etwas Besonderes. Überall waren Menschen, die geholfen haben, angefeuert haben und einfach diese Begeisterung ausgestrahlt haben. Rund 7500 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz – ohne sie wäre so eine Veranstaltung gar nicht möglich. Man hatte wirklich das Gefühl: Die Menschen vor Ort feiern dieses Event gemeinsam.
Münster aktiv: Dann kam der große Sonntag. Wie war der Moment kurz vor deinem Start?
Sina: Sehr aufregend! Wir waren als Staffel eine der später startenden Gruppen und konnten vorher sogar die Profis beobachten. Das war schon beeindruckend. Die Wechselzone, die vielen Athleten, die Zuschauer – alles war plötzlich ganz real. Und dann stand ich da am Wasser und dachte: Jetzt geht es wirklich los.
Münster aktiv: Du hattest 3,8 Kilometer Schwimmen vor dir. Warst du nervös?
Sina: Oh ja! Obwohl ich die Strecke im Training schon mehrfach geschwommen bin, ist ein Wettkampf im offenen Wasser etwas ganz anderes. Im Becken hat man Orientierung, aber draußen ist das Wasser dunkel, überall sind Menschen und man muss ständig den Überblick behalten. Kurz vor dem Start kamen mir sogar ein paar Tränen – aber eher aus Freude und weil dieser Moment einfach so besonders war.
Münster aktiv: Und dann ging es los. Was passierte nach dem Startschuss?
Sina: Lustigerweise war die ganze Nervosität plötzlich weg. Ich habe meinen Rhythmus gefunden und es lief richtig gut. Die Orientierung hat super funktioniert und ich war sogar schneller unterwegs, als ich erwartet hatte. Ich konnte einige andere Schwimmer überholen und wusste: Das viele Training hat sich gelohnt.
Münster aktiv: Gab es trotzdem einen Moment, an dem es schwierig wurde?
Sina: Ja, bei etwa 3100 Metern bekam ich einen Krampf in der Wade. Da denkt man erst: „Ach, nur noch 700 Meter.“ Aber beim Schwimmen sind 700 Meter dann doch noch eine ganze Strecke. Kurz danach kam der Krampf noch einmal und ich musste die letzten 400 Meter etwas anders schwimmen. Ich habe versucht, das Bein möglichst ruhig zu halten und mehr aus den Armen zu arbeiten.
Münster aktiv: Aufgeben war aber keine Option?
Sina: Nein, überhaupt nicht. Ich wollte unbedingt durchziehen. Und als ich aus dem Wasser kam, war dieses Problem sofort vergessen. Da war nur noch Freude und Erleichterung.
Münster aktiv: Danach war dein Staffelpartner dran. Wie lief es für euch als Team?
Sina: Richtig gut! Ich habe den Chip übergeben und dann ging es für ihn auf die 180 Kilometer Radstrecke. Er hat dafür 4 Stunden und 45 Minuten gebraucht – eine richtig starke Leistung. Auch unser Marathonläufer hat einen tollen Lauf hingelegt und etwa 4 Stunden und 9 Minuten gebraucht. Besonders beeindruckend: Er war eine Woche vorher noch beim Ironman Frankfurt dabei.
Münster aktiv: Was bedeutet dir dieser Wettkampf rückblickend?
Sina: Sehr viel. Es war viel mehr als nur eine sportliche Herausforderung. Es war die Stimmung, die Menschen, das Teamgefühl und dieses gemeinsame Erlebnis. Ich habe selten etwas erlebt, bei dem so viele Menschen gemeinsam für diesen einen Moment brennen.
Münster aktiv: Würdest du es wieder machen?
Sina: Sofort! (lacht) Dieses Gefühl im Ziel vergisst man nicht. Und wer einmal erlebt hat, wie sich so ein Triathlon-Festival anfühlt, versteht, warum dieser Sport so viele Menschen begeistert.
Münster aktiv: Vielen Dank für das Gespräch, Sina – und herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!






