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Rudern ohne zu sehen: Wie Inklusion auf der Werse funktioniert

Ein Blindenwassersportverein? Wer den Namen zum ersten Mal hört, fragt sich unweigerlich: Wie soll das funktionieren? Die Antwort gibt es direkt an der Werse. Dort, wo sich der idyllische Fluss durch die münsterländische Landschaft schlängelt, beweisen die Mitglieder des Westfälischen Blindenwassersportvereins seit Jahrzehnten, dass Rudern keine Frage des Sehens, sondern des Vertrauens, des Teamgeists und des gemeinsamen Rhythmusgefühls ist.

Zur Saisoneröffnung Ende April herrschte auf dem Vereinsgelände am Reetbusch beste Stimmung. Kaffeeduft lag in der Luft, Kuchen stand bereit und zwischen den Gästen mischten sich auch mehrere Blindenführhunde, die das gesellige Beisammensein aufmerksam begleiteten.

Die Werse bietet für den Rudersport eine nahezu ideale Kulisse. Ruhig fließt sie durch Wiesen und Baumalleen, vorbei an Schilfgürteln und naturnahen Ufern. Wer hier aufs Wasser geht, erlebt Münster von einer besonders entschleunigten Seite.

Dass Menschen mit Sehbehinderung auf der Werse rudern können, erscheint vielen zunächst ungewöhnlich. Das Prinzip ist jedoch einfach: In jedem Boot sitzt eine sehende Person, die die Steuerung übernimmt. Die Mannschaft folgt gemeinsamen Kommandos und dem Takt der Ruderschläge. Was zählt, ist das Zusammenspiel aller Beteiligten.

Der Verein steht dabei für weit mehr als Sport. Er schafft Begegnungen, ermöglicht Teilhabe und bietet vielen Menschen ein Stück Gemeinschaft. Gleichzeitig kämpft er mit Herausforderungen, die zahlreiche Vereine kennen. Das Vereinsheim und die Außenanlagen benötigen dringend Unterstützung, um für die Zukunft fit gemacht zu werden.

„Viele sehen zuerst die Boote auf dem Wasser“, sagt Vereinsmitglied Stephan John. „Was viele nicht sehen, ist die Arbeit an Land. Unser Vereinsheim und die gesamte Anlage brauchen Unterstützung. Ob handwerkliche Hilfe, Zeitspenden oder finanzielle Beiträge – jede Hilfe trägt dazu bei, diesen besonderen Ort zu erhalten.“

Wer den Verein besucht, verlässt das Gelände meist mit einer Erkenntnis: Die eigentliche Besonderheit ist nicht, dass hier Menschen mit Sehbehinderung rudern. Die eigentliche Besonderheit ist, wie selbstverständlich Inklusion hier gelebt wird.

Wer helfen will, wendet sich direkt an die Redaktion von Münster aktiv: redaktion@muensteraktiv.de

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