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Wenn der Triathlon am Hafen erwacht

Ein paar Tage sind es noch, bis am Hafen wieder Hunderte Triathleten an den Start gehen. Während andere in den letzten Vorbereitungen vielleicht nervös werden, wirkt Andreas Heller erstaunlich gelassen. Der angehende Ingenieur promoviert derzeit und ist Teil des Organisationsteams, das den Triathlon Jahr für Jahr in Münster auf die Beine stellt. Wenn es mit der wissenschaftlichen Karriere wider Erwarten nichts werden sollte, sagt er mit einem Lachen, hätte er inzwischen wohl auch gute Chancen als Eventmanager. Schließlich weiß er ziemlich genau, was es braucht, damit am Wettkampftag alles läuft: von Streckenplänen und Sicherheitskonzepten bis hin zu den vielen Menschen im Hintergrund, ohne die die Veranstaltung gar nicht möglich wäre.

Der Triathlon lebt vom Ehrenamt. Wenn die Veranstaltung auch in zehn Jahren noch stattfinden soll: Wovor hast du am meisten Respekt – vor fehlenden Sponsoren, immer strengeren Auflagen oder davor, nicht genug Menschen zu finden, die mitziehen?

Ich glaube, die größte Herausforderung wird tatsächlich sein, immer genug Menschen zu finden, die mitziehen. So eine Veranstaltung funktioniert nur, weil viele bereit sind, ihre Zeit zu investieren – beim Aufbau, an den Streckenposten oder hinter den Kulissen. Ehrenamt ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr.

Natürlich sind auch die Sponsorensuche und die zunehmenden Auflagen Themen, die man im Blick behalten muss. Aber ich glaube, die werden eher zweitrangig sein. Wenn die Menschen fehlen, die anpacken und Verantwortung übernehmen, dann wird es schwierig. Deshalb hoffe ich, dass wir auch in Zukunft genug Begeisterte finden, die Lust haben, Teil dieses Teams zu sein.

Wenn du an den diesjährigen Triathlon denkst: Worauf freust du dich persönlich am meisten? Auf welchen Moment wartest du jedes Jahr?

Das ist tatsächlich der frühe Morgen beim Aufbau. Alle sind noch ein bisschen verschlafen, jeder macht seine Handgriffe. Und dann geht irgendwann die Sonne über dem Hafenbecken auf. Das ist immer ein richtig schöner Moment. Da wird einem bewusst: Jetzt geht es los. Dafür hat man die ganze Zeit gearbeitet.

Du investierst als Ehrenamtlicher unzählige Stunden in diese Veranstaltung. Was gibt dir der Triathlon persönlich zurück? Hast du auch schon einmal gedacht: Im nächsten Jahr mache ich das nicht mehr?

Nein, eigentlich nicht. Ich mache den Sport einfach unglaublich gern. Und ich habe durch den Sport und alles, was damit zusammenhängt, viele nette Menschen kennengelernt. Ich glaube, daraus entsteht dieser innere Antrieb ganz von allein. Man hat Lust, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und solche Veranstaltungen möglich zu machen.

Was macht den Triathlon für dich aus?

Es ist dieses Zusammenspiel aus Sport, Organisation und Gemeinschaft. Wenn am Ende alles funktioniert und die Teilnehmenden zufrieden ins Ziel kommen, dann weiß man, warum man das macht. Vieles läuft im Hintergrund, vieles sieht man später gar nicht mehr – aber genau das macht es auch aus.

Und genau in diesen frühen Morgenstunden am Hafen, wenn die Stadt noch ruhig ist und langsam alles in Bewegung kommt, wird für Andreas Heller jedes Jahr wieder klar, warum er sich das alles antut. Dann ist der Stress im Team vergessen – und es zählt nur noch der Moment, in dem alles beginnt.

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